Unscheinbares Glück einer Fotografin
Beim Fotografieren reduziert sich die Welt vorerst auf den Bereich der Optik. Allein diese Vereinfachung tut mir wohl. Monoton? Bei weitem nicht:
Wie das Stimmen eines Symphonieorchesters vor dem Konzert tönen die Farbklänge in meinen Augen mal laut, mal leise, harmonisch, schmerzend, intensiv, flach ….
Die Vielfalt ist unendlich!
Sobald ich selber in Bewegung bin, werden selbst die statischen Bilder zu einem lebendigen Film. Dabei schlagen sich harte geometrischen Konturen, die sich in allen Richtungen drehen und schieben, die Köpfe ein. Aufgeschwemmte Rundungen verdrängen die armen Zwischenräume in unverschämter Weise. Eben ersticht eine gemeine Gerade ein Quadrat, das friedlich auf einer Horizontalen lag.
In all die Kämpfe mischt sich schliesslich noch die Perspektive ein und verwirrt durch brutale Veränderungen der Höhen, Breiten und Längen. Proportionen melden sich und verletzen oft die Gefühle des Aestheten.
Oft fühle ich mich wie gelähmt im Stress des visuellen Chaos, in dem sich Farbklänge und Formen den Kampf ansagen.
Suchend irrt mein angespannter Blick weiter.
Da! …………… Mein Auge ruht!.........................Wie ein Magnet zieht mich eine Stelle an ….. Faszination! Mein Inneres ruht für Augenblicke. Ich fühle mich ergriffen! Etwas in mir ist getroffen worden: Glücksgefühl !
Das Fotografieren ist das Medium, das mir hilft, das visuelle Ueberwältigtsein zu ertragen.